Neugestaltung Zentrum Birmensdorf
Bilder

( © 2008, Fred Chatelain, Birmensdorf )

Letztes Update: 10. Juli 2009


Zur Ergänzung der schriftlich angebrachten Kritikpunkte am Birmensdorfer Zentrumsumbau, veröffentliche ich hier noch einige bildlich festgehaltene Situationen.
Meine Seite mit den auf der Birmensdorfer Homepage veröffentlichten Beiträgen hat die Adresse
http://www.torball.ch/birmi-zentrum/.

Der Hindernisparcours für die Fussgänger (= räumliche Gestaltung!) im Birmensdorfer Zentrum beginnt sich abzuzeichnen. Die folgenden kritisierten Situationen sind bildlich dokumentiert worden. Klicken Sie das Foto an, welches Sie vergrössert sehen wollen:
Anlieferung bei der Migros
Übergang zur Lielistrasse
Situation an der Kreuzung Güpf
Fussgängerstreifen unterhalb des Bahnhofs
Aufmerksamkeitszonen vor den Fussgängerstreifen
Inseln der Fussgängerstreifen im Zentrum (10. Juli 2009)
Mangelhafter Abfluss entlang der Hauptstrasse
Markierung für Fussgänger in der Stationsstrasse
Höhenunterschied vom Trottoir zur Strasse
Postautohaltestelle neu in der Kurve
Abstand Fussgängerstreifen zum nächsten Parkplatz
Sitzbank neben Parkplatz

Unabhängig von Sinn oder Unsinn der Bauerei, sowie der Folgen bezüglich Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer, gibt es noch weitere, ebenfalls bildlich untermalte, Kritikpunkte:
Geldverschleudernde Bauerei
Betonform bei der Postautohaltestelle
Stufe zum "Brunnenplatz" (2. Dezember 2008)
Aufmerksamkeitszonen bei der Postautohaltestelle Letten (3. Dezember 2008)

Anlieferung bei der Migros

Aufnahmen: 27. April 2008

Abgesehen vom grundsätzlich falsch positionierten Beleuchtungsmast "mitten" im Trottoir führt dieser hier in Kombination mit der Rampe der Migros-Anlieferung zu unakzeptablen Verhältnissen für die Fussgänger.

Aufnahme: 18. Mai 2008

Es geschehen noch Zeichen und kleine Wunder. Offenbar gibt es doch Leute, die sich zumindest während der Bauarbeiten etwas überlegen (besser und billiger wäre es natürlich vor Baubeginn gewesen). Die Situation wurde insofern entschärft, dass der Abstand zwischen Mast und Rampe vergössert worden ist.
Jetzt müsste eigentlich nur noch der Beleuchtungsmast auf die richtige Trottoirseite verschoben, ein richtiger Trottoirrand gebaut und die Pflästerung ersetzt zu werden. Dann könnte man damit beginnen, sich als Fussgänger im Birmensdorfer Zentrum wieder sicherer und wohler zu fühlen.

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Übergang zur Lielistrasse

Aufnahmen: 18. Mai 2008

Die durchgehende Pflästerung über die Lielistrasse birgt vor allem für Kinder ein grosses Gefahrenpotential. Ich musste schon mehrmals miterleben, wie sich diese trotz den vielen hässlichen Pfosten nicht bewusst waren, dass sie sich plötzlich auf der Strasse befanden. Wie lange dauert es, bis das erste Kind überfahren wird?

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Situation an der Kreuzung Güpf

Aufnahmen: 18. Mai 2008

Rezept: Man verschmälere die Fahrstreifen und verbreitere dafür die Trottoirs. Zum Ausgleich wird das Strassen- und Trottoirniveau angeglichen. Erstaunt stellt man fest, dass die Autos jetzt problemlos auf die Trottoirs fahren können. Um das Problem zu lösen, nimmt man den Fussgängern wieder Trottoirbreite weg und platziere hässliche Pfosten.

Die Pfosten baut man sinnvollerweise so weit, dass die Postautos vom vorhandenen Raum nicht profitieren können. Um in Richtung Bahnhof abbiegen zu können, müssen die Postautos einmal auf dem ominösen Mittelstreifen ausholen. Weiter kommen sie gegen Ende der Kurve auf die Gegenfahrbahn. Diese Situation ist das tägliche Brot von Lastwagen- und Bus-Chauffeuren. Nur handelt es sich hier um eine Neuplanung mit massenhaft genügend Platz für eine vernünftige Lösung. Das ist der grundsätzliche Skandal.
Frage: Was hat das ganze mit Verkehrssicherheit zu tun?

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Fussgängerstreifen unterhalb des Bahnhofs

Aufnahmen: 1. Juni 2008

Wie im FLAMABI-Forum schon verschiedentlich bemängelt, wird das Kreuzen der Autos auf dem Fussgängerstreifen zulasten der Fussgänger nur inkonsequent verhindert. Weshalb sonst ist der "Schutzpfosten" derart weit zurückversetzt worden? Auch in dieser Position ist eine regelmässige Demontage durch die Autos vorprogrammiert. Und auch hier muss festestellt werden: Mit vernünftigen Randsteinen wäre alles viel einfacher und für die schwächsten Verkehrsteilnehmer viel sicherer.
Dass man zusätzlich noch die Rampe aufgeteert hat, verrät die Absicht der Planer zusätzlich. Mit dem definitiven Teerbelag wird diese dann nicht mal mehr nötig sein.

Aufnahme: 22. Juli 2008

Leider ist es mit der Teerung noch schlimmer gekommen als befürchtet:
Der Schutzfosten steht immer noch an der alten Stelle, völlig nutzlos viel zu weit von der Vorderkannte der Schutzhalbinsel entfernt. Der Randstein des Trottoirs erhebt sich (auf der ganzen Verbindung Güpf - Bahnhof!) gerade noch 1 cm über das Strassenniveau. Wie soll sich ein Fussgänger da sicher fühlen?

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Aufmerksamkeitszonen vor den Fussgängerstreifen

Aufnahmen: 31. Mai 2008

Mit den unseligen Pflästerungen und der Unmöglichkeit, sich irgendwo mit dem Blindenstock zu orientieren (kein freier, normaler Trottoirrand mit tastbarer Absenkung beim Fussgängerstreifen) ist es Sehbehinderten nicht möglich, den Fussgängerstreifen zu finden. Daher wurde die Lösung mit den Aufmerksamkeitszonen vor allen Fussgängerstreifen ins Auge gefasst. An anderen Orten wie z.B. Uster mussten die Pflästerungen vollständig abgeschliffen oder mit Beton plan aufgefüllt werden. Hier entschied man sich nach misslungenen Vorversuchen dafür, das Kopfsteinpflaster wieder herauszureissen und nur die Aufmerksamkeitszonen flach zu gestalten, damit der Übergang tastbar wird.
Die Aufmerksamkeitszonen wurden Ende Mai 2008 schön geteert. Anlässlich einer Begehung mit einer Spezialistin der Schweizerischen Fachstelle für behindertengerechtes Bauen musste am 27. Mai 2008 entsetzt festgestelt werden, dass die Oberfläche des schönen Belags (absolute Voraussetzung zum Aufbringen der weissen Streifenmuster) willentlich zerstört worden ist. Irgend jemandem erschienen die Flächen zu schön und zu neu, worauf sie mit Sand und Rillen auf alt getrimmt wurden. Es ist daher absehbar, dass diese Flächen, will man das ursprüngliche Ziel erreichen, wieder aufwändig geflickt werden müssen.

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Inseln der Fussgängerstreifen im Zentrum

Aufnahmen: 14. Mai 2009

Da nicht nur die Autofahrer wissen sollten, wo die Fussgängerstreifen sind, sondern auch die Fussgänger einen halbwegs sicheren Ort in der Strasse während des Überquerens erhalten sollten, wurden grosszügigerweise Mittelinseln eingebaut. Damit auch Sehbehinderte und Blinde merken, wann sie in der Strassenmitte sind, sollten diese taktil zu finden sein. Dabei hat man aber grosszügigerweise auf die Ratschläge der beigezogenen Experten (Fachperson der Fachstelle für behindertengerechtes Bauen, direkt betroffene) verzichtet.
Folgerichtig ist eine (wieder einmal nicht ganz billige, dafür unsauber verarbeitete) Lösung herausgekommen, welche eigentlich alle betroffenen Fussgänger und Behinderte erzürnt: Nichtbehinderte Fussgänger, Gehbehinderte, sowie Rollstuhlfahrer (es soll schon zu mindestens einem Sturz gekommen sein) stören sich an der Schwelle, mit dem Blindenstock hakt man unnötigerweise ein.

Trotz mehrmaliger Mahnung durch die Fachperson der Fachstelle für behindertengerechtes Bauen und wiederholter Versprechen durch die Bauleitung, wurden die Inseln bis heute nicht den gesetzlichen Anforderungen angepasst. Die Randsteine sind nach wie vor sehr unregelmässig und unterschiedlioch hoch.

Dass es auch anders, sicherer, und vermutlich sogar billiger geht, zeigen diese Aufnahmen von kürzlich erbauten Inseln aus der Umgebung von Birmensdorf:

Aufnahmen: 9. Juli 2009

Sellenbüren:
So hätte man es sich in Birmensdorf gewünscht. Und alle wären zufrieden gewesen. Die positiven Stichworte: Gute Sichtbarkeit, flach für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer, Strassenmitte dank den Aufmerksamkeitsstreifen mit dem Blindenstock erfühlbar.

Bonstetten, Bahnhof:
Auch eine saubere Lösung. Man beachte vor allem auch die ideal ausgeführten Trottoirs, welche zum Nutzen aller nur im Bereich des Fussgängerstreifens abgesenkt sind. Einzige offene Frage: Wie glatt sind die gelben Streifen auf der Insel bei Nässe?

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Markierung für Fussgänger in der Stationsstrasse

Aufnahmen: 10. Juli 2008

Die gelbe Markierung für Fussgänger wurde doch tatsächlich auf die andere Strassenseite verlegt. Was soll das?
Bisher war alles logisch aufeinander abgestimmt. Von unten kommen die meisten von der Sennhütten- und der Weissenbrunnestrasse her und können direkt rechts die Stationsstrasse hoch. Vom Bahnhof aus kommen alle vom Perron 1, resp. von der Bushaltestelle her über den Fussgängerstreifen direkt auf die linke Seite der Stationsstrasse. Jetzt muss die Mehrheit der Fussgänger unten wie oben zuerst noch zusätzlich die Stationsstrasse überqueren.
Wer denkt sich so etwas aus?

Ein paar Ergänzungen zum Beitrag im FLAMABI Forum:

Beobachtungen vom Morgen, 11. Juli 2008:
Zu einer Zeit, als offziell nur Anwohner und Parkierende der SBB-Parkplätze hätten hochfahren dürfen (ich nehme, an die Parkplätze waren danach voll), gelang es niemandem, egal von woher, in die Stationsstrasse einzubiegen, ohne über den für die Fussgänger eingezeichneten Bereich zu fahren. Fussgängersicherheit ade!

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Höhenunterschied vom Trottoir zur Strasse

Aufnahmen: 2. August und 31. Juli 2008

Vorgeschichte:
Am 23. August 2007 fand ein Treffen von Behörden- und Interessenvertretern mit den Architekten statt. Dabei gab es unter anderem auch hitzige Diskussionen bezüglich der Trottoirhöhe. Wir bemängelten die 2 Stufen à 2 cm und stellten uns auf den Standpunkt, dass für eine Hauptstrasse 7 cm das unterste Mass sei. Architekt Bottlang seinerseits beharrte auf 3 cm, welche eingehalten würden. Erst als wir ihm mit dem Metermass bewiesen, dass die obere Stufe nirgendwo mehr als knapp 2 cm hoch war, meinte er zu seinem Co-Architekten: "Stimmt, wir haben festgelegt, dass 2 cm genügen würden".

Letztes Wochenende wurde nun der Teer im Zentrum aufgebracht, welcher gemäss diversen Beteuerugen im Verlauf des letzten Jahres "nur" die untere Stufe auffüllen sollte. Wie schon die letztjährigen Aussagen des Architekten war auch diese Aussage vorsichtig gesagt nur eine Schutzbehauptung. Wie das Foto vom 31. Juli 2008 zeigt, sieht die Situation jetzt so aus:
Vom Kopfsteinpflaster-Trottoir aus gibt es eine Stufe von 2 cm Höhe zum zweiten, circa 8 cm breiten Randstein. Danach folgt der Teer nicht wie versprochen bündig, sondern bis zu 1 cm erhöht.

Folgen:
Einmal mehr wurde alles zu Gunsten des motorisierten Verkehrs gestaltet. Als Autofahrer merkt man praktisch nicht, dass man aufs Trottoir fährt. Die Trennung von der Fahrbahn zum Trottoir ist faktisch rein visuell. Die schwächsten Verkehrsteilnehmer, welche den Schutz des Trottoirs dringend benötigten, sind einmal mehr die geprellten.

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Mangelhafter Abfluss entlang der Hauptstrasse

Aufnahme: 31. Mai 2008

Entlang der Hauptstrasse gibt es heute weniger Abflüsse für das Regenwasser. Zum "Ausgleich" sind die Abflussroste kleiner und feiner geworden.
Folgen: Das Wasser läuft langsamer ab, die Abflüsse verstopfen schneller. Nicht zuletzt bedingt durch die nicht mehr existierenden Randsteine spritzen die Autos das Wasser weit übers Trottoir - bei der Garage Kopf bis ins Büro!

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Postautohaltestelle neu in der Kurve

Keine Aufnahmen

Wo immer es möglich ist, werden Haltestellen des öffentlichen Strassenverkehrs aus Sicherheitsgründen in geraden Strassenstücken gebaut und allenfalls aus Kurven eliminiert. Nur in Birmensdorf wurde von der Geraden in die Kurve gezügelt.
Auch hier mag sich jeder selber Gedanken über die Planer des Birmensdorfer Zentrumsumbaus machen.

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Abstand Fussgängerstreifen zum nächsten Parkplatz

Aufnahmen: 27. April 2008

Wo sind die 10 Meter Mindestabstand zwischen Fussgängerstreifen und dem ersten Parkplatz?

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Sitzbank neben Parkplatz

Aufnahme: 27. April 2008

Slalomlauf der Fussgänger zwischen Parkplatz und ausruhenden Fussgängern.
Die Sitzbank wurde unterdessen entfernt. Zurück bleibt der Ärger über gedankenloses Bauen.

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Geldverschleudernde Bauerei

Aufnahme: 18. Mai 2008

Wie verlocht man am besten Steuergelder? Ganz einfach. Man verpflastert aufwändig weite Teile der abgeflachten Trottoirs. Danach reisst man überall wieder die Pflästerung auf und betoniert Halterungen für Geländer und hässliche Pfosten ein. Diese nehmen den Fussgängern unter dem Vorwand des Schutzes vor den Autos den "gewonnenen" Platz teilweise wieder weg. Marginaler Nebeneffekt: Sehbehinderte können sich noch weniger ohne Hilfe orientieren, da die Pfosten zusätzlich zu den Pflastersteinen störende Elemente darstellen, welche ausserdem nicht die gesetzlich vorgeschriebene Höhe aufweisen. Bei diesen handelt es sich nämlich zu allem Überfluss um Spezialanfertigungen (Daniel Möckli, FLAMABI-Forum, 28.4.2008).

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Betonform bei der Postautohaltestelle

Aufnahme: 18. Mai 2008

Entsteht hier das Monument zu Ehren des Architekten? Hässlich genug wäre das Ding ja schon mal.

Aufnahme: 14. November 2008

Ein weiteres Beispiel zur Verschleuderung unserer Steuergelder. Im Mai 2008 planlos aufgestellt, im November aufwändig umgestellt. Wer ist dafür verantwortlich und wer haftet dafür?

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Stufe zum "Brunnenplatz"

Aufnahme: 14. November 2008

Eine weitere architektonische Glanzleistung: Die vollkommen überflüssige Stufe vom Pseudotrottoir zum "Brunnenplatz" ist per Saldo doppelt so hoch wie die Stufe von der Strasse zum Pseudotrottoir.

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Aufmerksamkeitszonen bei der Postautohaltestelle Letten

Aufnahme: 5. September 2008

Da war wohl etwas zuwenig Blut im Alkohol. Zumindest wussten die Verantwortlichen offenbar nicht, was hier gebaut werden soll. So in die Ecke des geteerten Feldes gesetzt, sind die Streifen bestenfalls aus einer Richtung wirklich nützlich, um die Position der vorderen Tür des Postautos mit dem Blindenstock zu ertasten. An der Haltestelle in der Gegenrichtung fehlt die Aufmerksamkeitszone vollständig.

Allgemein ist zu sagen, dass (im Gegensatz zu der in Zeitungsartikeln Ende November 2008 verbreiteten Meinung, es sei nur noch wenig zu tun) noch immer viele Aufmerksamkeitszonen fehlen. Diese wurden 2007 für sämtliche Fussgängerstreifen versprochen. Sie sind für Sehbehinderte lebensnotwendig, da ihnen dank den faktisch nicht mehr existenten Trottoirs die Orientierungshilfen fehlen.

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© 2008 - Fred Chatelain - Webmaster - Last Update: 15.05.2009